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Durch den Ankauf der repräsentativen und geräumigen Gerlachschen Villa in der Libauer Straße 6 zwischen dem Kinotheater "Capitol" und dem Wieners Kaufmannsstift konnte eine Verbesserung der Unterbringung mehrerer städtischer Dienststellen erfolgen. Die Villa, einer der schönsten Bürgerbauten Memels, wurde nach einer gründlichen Renovierung das neue Heim der Memeler Stadtbücherei mit Lesesaal, Zeitschriftenzimmer sowie mit der Ausleihe und der umfangreichen Sembritzkischen Bibliothek, die in den Besitz der Stadt übergegangen war und nun endlich zweckmäßig aufgestellt werden konnte. Im alten Lehrerseminar (Libauer Straße 36) in dem sich die Stadtbücherei bis 1936 befunden hatte, erhielt das Standesamt zweckentsprechende Räume.
Die Räumlichkeiten des Hauses von Kommerzienrat und Konsul Heinrich Gerlach waren ideal für den neuen Zweck. Im Hochparterre befand sich die Garderobe in dem schönen, geräumigen Treppenhaus. Von hier kam man in die große Ausleihe, an die sich zwei große Magazine anschlossen, von denen eines zweistöckig angelegt war. Im oberen Stockwerk lagen neben den Verwaltungsräumen ein großer Lesesaal, ein Zeitungslesesaal und ein Arbeitsraum für Leser. Die der Straße abgewandten Räume hatten einen idyllischen Blick in den baumbestandenen Garten. Die Lesesäle enthielten zahlreiche gute Nachschlagewerke für Freihandausleihe. Führende deutsche und ausländische Zeitungen und Zeitschriften machten den Zeitschriftensaal anziehend. Ein Bücheraufzug erleichterte den Büchertransport zwischen den Stockwerken.
Der Bücherbestand war durch Kataloge bestens erschlossen. Neuerscheinungen wurden regelmäßig im "Memeler Dampfboot" angezeigt und im Lesesaal in einer kleinen Ausstellung ausgelegt. Die Benutzerfrequenz lag über dem Durchschnitt anderer ostpreußischer Städte. Entsprechend war die personelle Besetzung recht stark. Der Büchereidirektor hatte sechs Bibliothekare, eine Sekretärin, zwei bis drei Angestellte, zwei Büchermädchen, eine Hilfskraft für kleinere Klebe- und Instandsetzungsarbeiten, zwei bis drei Reinemache- und Garderobefrauen und einen Hausmeister unter sich. Der Etat für reine Bücherankäufe belief sich zuletzt auf ca. 50 000 RM jährlich.


Heinrich A. Kurschat, "Das Buch vom Memelland", 1968

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